Mittwoch, 7. Dezember 2011

Stadtschulpflegschaft 2011


Die diesjährige Sitzung der Stadtschulpflegschaft der Kölner Förderschulen war relativ gut besucht. Einen großen Anteil der Sitzung bildeten die Vertreter der Schulen mit dem Förderschwerpunkt soziale und emotionale Entwicklung und dem Schwerpunkt Lernen. Insgesamt hat sich die Beteiligung an der Stadtschulpflegschaft mit Blick auf das Vorjahr mehr als verdoppelt.

Thema des Abends war selbstverständlich wieder die Inklusion. Die Ängste der Eltern an den Förderschulen sind groß. Es gibt immer noch keine konkreten Pläne zur Umsetzung der 2009 ratifizierten UN-Behindertenrechtskonvention und die Länder scheinen auch weiterhin keine besondere Eile zu haben, verbindliche Aussagen diesbezüglich zu machen. Viele Eltern befürchten, dass ihre Kinder in einem gemeinsamen Unterricht nicht ausreichend gefördert werden, und dass aus dem Inklusionsmodell gar ein Sparmodell wird.

Gerade im Bereich soziale und emotionale Entwicklung sind diese Befürchtungen groß, denn diese Schulen werden wahrscheinlich, neben denen mit dem Förderschwerpunkt Lernen, als erste Betroffen sein. Dort werden zum Beispiel auch autistische Kinder beschult, für die ein Schulwechsel äußerst schwierig wäre und die in der Regel ohne intensive Begleitung nicht durch den Schulalltag kommen.

Die Förderschulen fordern deshalb für die Umsetzung eines Inklusiven-Schulsystems unter anderem kleine Klassen von nicht mehr als etwa 15 - 20 Kindern maximal und Sonderpädagogen neben den "normalen" Lehrern in jeder Klasse.

Im Prinzip müsste auch die Lehrerausbildung an ein inklusives Schulsystem angepasst werden. Davon hört man bisher aber leider auch noch nichts. Lehrer, die jetzt in der Ausbildung sind, werden nicht ansatzweise auf die 2009 beschlossene Inklusionsverpflichtung vorbereitet. Zumindest ist es bei angehenden Lehrern aus meinem Bekanntenkreis noch kein Thema im Studium.